Hotspots in der Verkehrsmedizin

Drogen und Verkehrssicherheit

Europaweit sind in den letzten Jahren zunehmend Stoffe mit psychoaktivem Wirkpotenzial aus unterschiedlichen chemischen Substanzklassen im Umlauf. Nicht alle dieser Substanzen unterliegen der internationalen Suchtmittelkontrolle, das zeigen Beobachtungen von EU- und bundesweiten Informations- und Frühwarnsystemen. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) hat bei einer Dunkelfeldstudie herausgefunden, dass hochgerechnet rund 177.000 Österreicher bereits unter Drogeneinfluss ein Fahrzeug gelenkt haben.

Konsumerfahrungen mit illegalen Drogen (Lebenszeitprävalenz) beziehen sich in Österreich am häufigsten auf Cannabis (Prävalenz etwa 30–40 Prozent bei jungen Erwachsenen). Aus den meisten Repräsentativstudien ergeben sich auch Konsumerfahrungen von maximal sechs Prozent für „Ecstasy“, Kokain und Amphetamin sowie von maximal zwei Prozent für Opioide und Neue psychoaktive Substanzen (NPS).

Cannabidiol (CBD) ist eines von mehr als 100 Cannabinoiden in der Hanfpflanze und wird aus Nutzhanf gewonnen. Die Konzentration von CBD in dementsprechenden Hanfblüten beträgt rund 2%. CBD ist das häufigste Cannabinoid im Industriehanf, wie der Nutzhanf auch oft genannt wird. Erzeugnisse aus Nutzhanfsorten sind legal. Tetrahydrocannabinol (THC) ist der psychoaktiv berauschende Inhaltsstoff von Hanf, welcher im Nutzhanf nur einen sehr geringen Gehalt von maximal 0,2% der Trockenmasse betragen darf. CBD macht also nicht „high“ und wirkt nicht berauschend, dennoch ist die Beliebtheit von CBD-Produkten groß und genauso groß ist die Anzahl an Anbietern und Shops, die CBD-Erzeugnisse vertreiben.

Es ist also verständlich, dass sich einige Fragen zum Thema NPS und CBD Konsum und Autofahren auftun.

Parkinson und Verkehrssicherheit

Allein in Österreich sind rund 30.000 Menschen von der Parkinson-Erkrankung betroffen. „Kann ich trotz meiner Parkinson-Diagnose weiterhin Auto fahren?“ -diese Frage stellen viele Parkinson-PatientInnen. In der frühen Phase der Erkrankung, in der die Symptome noch nicht so ausgeprägt sind, sind die meisten Betroffenen in der Lage, weiterhin Auto zu fahren. Es kommt natürlich auf die Schwere der Erkrankung und die individuellen Einschränkungen an.

Neben der Darstellung der geltenden Rechtslage erfolgt eine Übersicht über motorische, kognitive, visuelle und dopaminassoziierte Symptome, die eine Einschränkung der Fahrkompetenz von Parkinson-Patienten begründen können.

Verhalten im Straßenverkehr

Verkehrsverhalten ist das subjektiv sinnhafte Handeln eines Verkehrsteilnehmers, welches in der Fortbewegung zum Zwecke der Überwindung räumlicher Distanzen in der Zeit besteht. Um rund ein Drittel hat das aggressive Verhalten auf Österreichs Straßen seit 2019 zugenommen. Auf Platz eins rangiert dabei das dichte Auffahren, gefolgt von riskanten Fahrmanövern und Rücksichtslosigkeit.

Verkehrspsychologische Testung

Bei vielen Verfahren zur Beurteilung der kraftfahrspezifischen Leistungsfähigkeit handelt es sich um klassische lineare Testverfahren mit fester Itemreihenfolge. Aufgrund der hohen Nutzungsrate wird immer wieder diskutiert, dass es in der Praxis zu materialspezifischen Lerneffekten kommen kann. In verschiedenen Studien konnte jedoch gezeigt werden, dass Lerneffekte und sozial erwünschtes Antwortverhalten durch spezifisches Itemmaterial beziehungsweise testtheoretische Ansätze abgefangen werden können. Ziel dieses Beitrages ist es, die Möglichkeiten, Anwendungsvoraussetzungen und Grenzen von verschiedenen Vorgabeformaten darzustellen.

Programm HOTSPOTS IN DER VERKEHRSMEDIZIN

Herbstsymposium am Freitag, 11. November 2022; 09.45-16.00 Uhr

Veranstaltungsort: PMU Salzburg (Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg) Haus A

6 DFP-Punkte für sonstige Fortbildung – Eintritt frei – Teilnahme ist vor Ort oder online möglich – Anmeldung erforderlich

    Anmeldung Symposium